Sammlung
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München, 10.12.2008

 

Sammlung Pabst

Liebe Freunde der Galerie Pabst,


wie einige schon wissen werden, ist am 12. Oktober 2008 mein Vater und treuer Freund, Michael Pabst gestorben. Für mich, seine Familie und für viele andere ein schwerer Verlust.


Da die Galerie nur durch ihn, sein Wissen und seine Inspiration gelebt hat, habe ich mich entschieden das Galeriegeschäft hier in München zum 31.12.2008 zu beenden. Nach über 30 Jahren Galeriegeschichte war das keine leichte Entscheidung.


Die Kunstsammlung wird in Zukunft von mir betreut werden. Es besteht der Plan, seine Sammlung virtuell weiterleben zu lassen und so jedem zugänglich zu machen. Den schriftlichen Nachlass meines Vaters wird meine Schwester Marion Jaros betreuen. Auch hier arbeiten wir an einer öffentlichen Präsentation.


Ich danke allen Kunden, Sammlern und Freunden für die teilweise jahrzehntelange Treue und auch den langjährigen Mitarbeitern Sigrid von Witzleben, Nina Raffalt, Wendula von Bergwelt und Nikos Mitkas.


Mit herzlichen Grüßen,


Daniel Pabst

 

 

 

Zum Tode des Münchner Galeristen Michael Pabst: Auf Wien geschaut

Er hat sich Verdienste in der Neubewertung der Wiener Kunst der vorvergangenen Jahrhundertwende erworben, die kaum zu unterschätzen sind: Der Münchner Galerist Michael Pabst, der seit 1976 sein Haus nahe der Maximilianstraße führte, in den Neunzigern dann nach Haidhausen wechselte, war Experte auf dem Gebiet der Wiener Secessionskunst - ihm verdanken wir auch die Wiederentdeckung Max Oppenheimers; Pabst fertigte als erster ein Werkverzeichnis von dessen Druckgraphik an, entdeckte auch Erika Giovanna Klien und den Wiener Kinetismus neu.


Michael Pabst

Pabsts Bemühungen um die von ihm geschätzten Künstler um 1900, aber auch bis in die Zwanziger des 20. Jahrhunderts, ja bis in die Nachkriegszeit (Fritz Winter, Arnulf Rainer), reichten weit über das kommerzielle Galeriegeschäft hinaus: So veröffentlichte er 1984 einen Prachtband über Wiener Grafik um 1900, organisierte unorthodoxe Schauen etwa über den Ersten Weltkrieg (1982). Pabst lenkte auch das Augenmerk auf vergessene Künstler wie den Bauhaus-Schüler Hans Haffenrichter oder den Spätexpressionisten Anton Kerschbaumer.


Der Sohn des berühmten Stummfilm-Regisseurs G.W.Pabst hat auch das Werk seines Vaters aufgearbeitet; ein Buchmanuskript blieb leider unvollendet. Am 12. Oktober ist Michael Pabst im Alter von 67 Jahren gestorben.


Holger Liebs, Süddeutschen Zeitung München, 21. Oktober 2008; Bildmaterial: Galerie Pabst


Weitere Pressestimmen:

Zum Tod von Michael Pabst - Die Kraft der Seele (FAZ)

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